Der umfassende Ratgeber für Bauherren und Käufer: Alles über Kosten, Vorteile, rechtliche Aspekte und praktische Tipps für Ihr Doppelhaus-Projekt.
Definition, Merkmale und Abgrenzung zum Einfamilienhaus
Ein Doppelhaus - auch Zweifamilienhaus mit getrennten Eingängen genannt - besteht aus zwei eigenständigen Wohneinheiten, die eine gemeinsame Trennwand (Brandwand) teilen. Jede Doppelhaushälfte verfügt über einen separaten Hauseingang, eigene Ver- und Entsorgungsanschlüsse sowie in der Regel über einen eigenen Gartenbereich mit Terrasse. Diese Bauform kombiniert die Vorteile eines freistehenden Einfamilienhauses mit den wirtschaftlichen Aspekten des verdichteten Bauens und macht den Traum vom Eigenheim für viele Familien erst leistbar.
In Österreich erfreut sich das Doppelhaus seit Jahrzehnten großer Beliebtheit - sowohl als Massivhaus in Ziegelbauweise als auch als modernes Fertighaus. Besonders in den Speckgürteln von Wien, Graz, Linz und Salzburg sowie in ländlichen Gemeinden mit begrenztem Bauland und hohen Grundstückspreisen stellt die Doppelhaushälfte eine attraktive Alternative zum freistehenden Haus dar. Laut der österreichischen Bauordnung handelt es sich um ein Gebäude mit genau zwei aneinandergebauten Wohneinheiten, die jeweils über eine eigene Außenwand und einen eigenen Zugang verfügen müssen. Im Gegensatz zum Reihenhaus, bei dem drei oder mehr Einheiten aneinandergrenzen, bietet das Doppelhaus nur eine gemeinsame Wand und damit deutlich mehr Privatsphäre.
Der Begriff „Doppelhaus" stammt aus dem 19. Jahrhundert und wurde ursprünglich für Arbeitersiedlungen verwendet. Heute steht diese Wohnform für modernes, energieeffizientes Wohnen mit hoher Lebensqualität. In Österreich werden jährlich etwa 8.000 bis 10.000 Doppelhaushälften als Neubau fertiggestellt - sowohl durch private Bauherren als auch von Bauträgern. Der österreichische Immobilienmarkt zeigt eine konstant hohe Nachfrage nach dieser Immobilienart, was sich positiv auf die Wertentwicklung und den Wiederverkaufswert auswirkt.
Vom klassischen Massivhaus bis zum modernen Fertighaus
Je nach Grundstückssituation, Budget und persönlichen Vorlieben stehen verschiedene Doppelhaus-Varianten zur Auswahl. Die Wahl des richtigen Haustyps beeinflusst nicht nur die Baukosten und den Quadratmeterpreis, sondern auch die spätere Wohnqualität, die Energieeffizienz und die Beziehung zur Nachbar-Haushälfte. In Österreich werden Doppelhäuser sowohl in Massivbauweise (Ziegel, Beton) als auch als Fertighaus in Holzriegelbauweise errichtet.
Beim klassischen Doppelhaus sind beide Hälften spiegelbildlich aufgebaut. Die Grundrisse sind identisch, nur gespiegelt. Diese symmetrische Bauweise ermöglicht eine besonders wirtschaftliche Planung und Ausführung, da Architekt und Bauunternehmen nur einen Grundriss entwickeln müssen. Die gemeinsame Trennwand verläuft exakt mittig, und beide Parteien erhalten gleich große Grundstücksflächen. Diese Variante ist bei Bauträgern und Fertighausanbietern besonders beliebt, da sie eine kostengünstige Serienproduktion ermöglicht.
Bei dieser Variante sind die beiden Haushälften in der Tiefe versetzt angeordnet. Dies bietet mehr Privatsphäre, da nicht alle Fenster und Terrassen auf gleicher Höhe liegen. Allerdings ergeben sich dadurch unterschiedliche Gartengrößen, was bei der Grundstücksteilung berücksichtigt werden muss. In hügeligen Regionen Österreichs wie der Steiermark, Kärnten oder Tirol ist diese Bauweise besonders beliebt, da sie sich besser an das natürliche Gelände anpassen lässt und interessante architektonische Lösungen ermöglicht.
Immer öfter entscheiden sich private Bauherren für individuell geplante Hälften. Während eine Seite beispielsweise für eine junge Familie mit Kindern optimiert wird, kann die andere Haushälfte altersgerecht mit barrierefreiem Zugang oder als Mehrgenerationenhaus konzipiert sein. Diese Flexibilität erhöht zwar die Planungskosten beim Architekten, ermöglicht aber maßgeschneiderte Lösungen für unterschiedliche Wohnbedürfnisse. Auch die Kombination aus Massivhaus und Fertighaus ist technisch möglich.
Eine Sonderform des Doppelhauses ist das Kettenhaus, bei dem mehr als zwei Wohneinheiten aneinandergereiht werden. In Österreich sind drei bis vier aneinandergebaute Einheiten keine Seltenheit - man spricht dann von einem Reihenhaus. Diese Bauweise ist besonders in städtischen Gebieten mit hohen Baulandpreisen wirtschaftlich attraktiv und wird häufig von Bauträgern für Wohnbauprojekte genutzt. Kettenhäuser bieten naturgemäß weniger Privatsphäre als ein klassisches Doppelhaus, dafür aber noch günstigere Quadratmeterpreise.
Unabhängig vom Grundrisstyp können Doppelhäuser in unterschiedlichen Bauweisen errichtet werden. Das Massivhaus in Ziegelbauweise bietet hervorragende Wärmespeicherung, hohen Schallschutz und eine lange Lebensdauer - die Bauzeit beträgt allerdings 12-18 Monate. Das Fertighaus hingegen punktet mit kurzer Bauzeit (oft unter 6 Monaten), exakter Kostenplanung und modernen Energiestandards (Niedrigenergiehaus, Passivhaus). Beide Varianten können als schlüsselfertiges Haus oder in Ausbaustufen (Rohbau, Belagsfertig) bestellt werden.
Eine ehrliche Gegenüberstellung für Ihre Kaufentscheidung
Bevor Sie sich für den Kauf oder Bau einer Doppelhaushälfte entscheiden, sollten Sie die Vor- und Nachteile dieser Wohnform sorgfältig abwägen. Die richtige Wahl hängt von Ihren persönlichen Prioritäten, Ihrem verfügbaren Eigenkapital und Ihren Vorstellungen vom Zusammenleben mit Nachbarn ab. Im Vergleich zum freistehenden Einfamilienhaus bietet das Doppelhaus klare finanzielle Vorteile, erfordert aber auch Kompromissbereitschaft.
Lernen Sie Ihren zukünftigen Nachbarn vor dem Kauf oder Bau gut kennen. Sprechen Sie offen über Erwartungen, Lebensstil und mögliche Konfliktpunkte. Eine gute Nachbarschaft ist der wichtigste Faktor für langfristige Zufriedenheit im Doppelhaus. Bei einem Neubau mit unbekanntem Partner empfiehlt sich eine schriftliche Vereinbarung über wesentliche Punkte wie Gartenpflege, Renovierungen und Nutzungsrechte.
Aktuelle Baukosten, Quadratmeterpreise und Finanzierungsmöglichkeiten
Die Kosten für den Bau oder Kauf einer Doppelhaushälfte in Österreich variieren stark je nach Bundesland, Ausstattungsniveau und gewählter Bauweise (Massivhaus oder Fertighaus). Stand 2025 müssen Bauherren und Käufer mit folgenden Richtwerten für den Hausbau rechnen:
| Kostenart | Preisspanne | Anmerkung |
|---|---|---|
| Grundstück (pro m²) | 80 - 800 € | Je nach Region: Wien-Umgebung am teuersten |
| Baukosten (pro m² Wohnfläche) | 2.200 - 3.500 € | Abhängig von Ausstattung und Bauweise |
| Standardausstattung | 2.200 - 2.600 €/m² | Solide Qualität, gängige Materialien |
| Gehobene Ausstattung | 2.600 - 3.000 €/m² | Hochwertige Böden, Markenküche, etc. |
| Luxusausstattung | 3.000 - 3.500 €+/m² | Smart Home, Premium-Materialien |
| Keller (optional) | 40.000 - 80.000 € | Vollkeller, je nach Größe |
| Garage/Carport | 15.000 - 40.000 € | Einzelgarage bis Doppelgarage |
| Außenanlagen | 10.000 - 30.000 € | Einfahrt, Terrasse, Garten |
Neben dem reinen Kaufpreis fallen in Österreich erhebliche Nebenkosten an, die Sie in Ihrer Finanzplanung berücksichtigen müssen:
Grunderwerbsteuer: 3,5% des Kaufpreises
Grundbucheintragung: 1,1% des Kaufpreises
Notarkosten: ca. 1-3% des Kaufpreises
Maklerprovision: bis zu 3% + USt. (wenn Makler involviert)
Finanzierungsnebenkosten: ca. 1-2% der Kreditsumme
Gesamte Nebenkosten: Rechnen Sie mit 8-12% des Kaufpreises
Nach dem Einzug fallen folgende regelmäßige Kosten an:
| Kostenart | Monatlich (ca.) | Jährlich (ca.) |
|---|---|---|
| Heizung & Warmwasser | 150-300 € | 1.800-3.600 € |
| Strom | 80-150 € | 960-1.800 € |
| Wasser/Kanal | 40-80 € | 480-960 € |
| Müllabfuhr | 20-35 € | 240-420 € |
| Grundsteuer | 15-40 € | 180-480 € |
| Versicherungen | 50-100 € | 600-1.200 € |
| Instandhaltungsrücklage | 150-250 € | 1.800-3.000 € |
In Österreich gibt es verschiedene Möglichkeiten, den Kauf oder Neubau eines Doppelhauses zu finanzieren. Die richtige Kombination aus Eigenkapital, Hypothekarkredit und Förderungen senkt die monatliche Belastung erheblich:
Wohnbauförderung der Bundesländer: Jedes Bundesland (Wien, Niederösterreich, Oberösterreich, Steiermark, Kärnten, Salzburg, Tirol, Vorarlberg, Burgenland) bietet eigene Förderprogramme mit zinsgünstigen Darlehen oder einmaligen Zuschüssen. Die Bedingungen variieren stark - informieren Sie sich bei Ihrer Landesregierung über die aktuellen Konditionen und Einkommensgrenzen.
Sanierungsbonus und Klimaförderung: Für energetische Sanierungen und klimafreundliche Neubauten (Niedrigenergiehaus, Passivhaus) gibt es Bundesförderungen von bis zu 42.000 Euro. Der erforderliche Energieausweis wird ohnehin für die Baugenehmigung benötigt.
Photovoltaik- und Wärmepumpenförderung: Zusätzliche Investitionsförderungen für erneuerbare Energiesysteme erhöhen die Attraktivität nachhaltiger Bauweisen und senken die späteren Betriebskosten.
Bauspardarlehen und Hypothekarkredit: Die meisten Österreicher finanzieren ihren Hausbau über eine Kombination aus Bauspardarlehen (günstige Zinsen, staatliche Prämie) und Hypothekarkredit bei der Hausbank. Als Faustregel gilt: Mindestens 20% Eigenkapital sollten vorhanden sein, um günstige Kreditkonditionen zu erhalten.
Eigenleistung (Muskelhypothek): Wer handwerklich geschickt ist, kann durch Eigenleistungen beim Innenausbau 20.000-50.000 Euro sparen. Besprechen Sie mit dem Generalunternehmer oder Baumeister, welche Arbeiten Sie selbst übernehmen können.
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* Diese Berechnung dient nur zur groben Orientierung. Die tatsächlichen Kosten können je nach Lage, Bauunternehmen und individuellen Anforderungen abweichen. Lassen Sie sich von einem Architekten oder Bauträger ein verbindliches Angebot erstellen.
Grundbuch, Eigentumsformen und Baurecht
Die rechtliche Gestaltung eines Doppelhauses ist komplexer als bei einem freistehenden Einfamilienhaus. In Österreich gibt es mehrere Möglichkeiten, das Eigentum an einer Doppelhaushälfte zu regeln. Die Wahl der richtigen Eigentumsform hat Auswirkungen auf Finanzierung, Grundbucheintragung und spätere Verfügungsmöglichkeiten.
Bei der Realteilung wird das Bauland in zwei separate Parzellen geteilt. Jeder Eigentümer besitzt seine eigene Grundstückshälfte mit dem darauf errichteten Gebäudeteil und erhält einen eigenen Grundbuchauszug. Diese Variante bietet die größte Unabhängigkeit, da jede Partei über ihre Immobilie frei verfügen kann - auch beim späteren Verkauf oder bei der Aufnahme eines Hypothekarkredits. Allerdings müssen Servitute (Dienstbarkeiten) für gemeinsam genutzte Elemente wie Zufahrten, Versorgungsleitungen oder die Trennwand eingetragen werden. Die Vermessungskosten und Teilungsgebühren belaufen sich auf 3.000-8.000 Euro.
Alternativ kann das gesamte Doppelhaus als Wohnungseigentum begründet werden (Parifizierung). Dabei bleibt das Grundstück im Grundbuch ungeteilt, und jeder Eigentümer erhält das alleinige Nutzungsrecht an seiner Wohneinheit sowie einen ideellen Miteigentumsanteil am Gesamtobjekt. Diese Form ist in Österreich weit verbreitet und wird durch das Wohnungseigentumsgesetz (WEG 2002) geregelt. Vorteil: Die Parifizierung ist kostengünstiger als eine Grundstücksteilung. Nachteil: Für größere bauliche Änderungen ist die Zustimmung des anderen Eigentümers erforderlich.
Seltener, aber möglich: Beide Parteien sind gemeinsame Eigentümer des gesamten Objekts mit internen Nutzungsvereinbarungen. Diese Variante ist für den Kauf einer Doppelhaushälfte weniger empfehlenswert, da sie bei Konflikten oder beim Wiederverkauf der Immobilie problematisch werden kann und Banken die Finanzierung oft erschweren.
Unabhängig von der Eigentumsform sollten folgende Punkte schriftlich geregelt werden:
In Österreich ist die Bauordnung Ländersache, weshalb die Vorschriften je nach Bundesland variieren. Vor dem Grundstückskauf sollten Bauherren unbedingt den Bebauungsplan (Flächenwidmungsplan) der Gemeinde prüfen, um sicherzustellen, dass ein Doppelhaus auf dem Bauland überhaupt errichtet werden darf. Generell gelten für den Neubau eines Doppelhauses folgende Anforderungen:
Mindestabstände: Zu den seitlichen und hinteren Nachbargrundstücken gelten die üblichen Abstandsregeln (meist 3-4 Meter zur Grundgrenze, abhängig von der Gebäudehöhe). Zur gemeinsamen Grundstücksgrenze der Doppelhaushälften entfällt dieser Abstand - hier wird direkt angebaut.
Brandschutz (Brandwand): Die gemeinsame Trennwand muss als Brandwand ausgeführt werden und entsprechende Feuerwiderstandsklassen erfüllen (meist REI 90 oder höher). Dies bedeutet: 90 Minuten Feuerwiderstand, keine Durchbrüche erlaubt.
Schallschutz: Die ÖNORM B 8115 regelt den Schallschutz zwischen den Wohneinheiten. Die Trennwand muss mindestens 57 dB Luftschalldämmung bieten. Wer hier bei den Baukosten spart, bereut es später - Lärmprobleme sind der häufigste Konfliktgrund im Doppelhaus.
Baugenehmigung und Energieausweis: Für den Neubau eines Doppelhauses ist immer eine Baugenehmigung erforderlich. Der Bauantrag (Einreichplan) muss bei der zuständigen Baubehörde (Gemeinde oder Magistrat) eingereicht werden. Zum Antrag gehört auch der Energieausweis, der die Energieeffizienzklasse des geplanten Gebäudes ausweist.
Bauabnahme und Gewährleistung: Nach Fertigstellung des Rohbaus erfolgt die Rohbauabnahme, nach Abschluss aller Arbeiten die behördliche Endabnahme (Benützungsbewilligung). Die gesetzliche Gewährleistungsfrist beträgt drei Jahre ab Übergabe - dokumentieren Sie alle Mängel sorgfältig im Abnahmeprotokoll.
Von der Grundstückssuche bis zur schlüsselfertigen Übergabe
Ein Doppelhaus-Projekt erfordert sorgfältige Planung und Koordination zwischen beiden Bauherren. Die typische Bauzeit erstreckt sich über 18 bis 24 Monate vom ersten Konzept bis zur schlüsselfertigen Fertigstellung. Bei einem Fertighaus kann die reine Bauphase auf unter 12 Monate verkürzt werden. Hier sind die wichtigsten Schritte beim Hausbau:
Suchen Sie ein geeignetes Bauland und - falls nicht bereits vorhanden - einen Baupartner für die zweite Haushälfte. Prüfen Sie den Bebauungsplan (Flächenwidmungsplan) bei der Gemeinde und klären Sie frühzeitig die Bebaubarkeit. Sprechen Sie offen über gegenseitige Erwartungen, Budget und Zeitplan.
Beauftragen Sie einen erfahrenen Architekten oder nutzen Sie die Planungsabteilung eines Fertighausanbieters. Der Vorentwurf berücksichtigt die Wünsche beider Bauherren und die örtlichen Bebauungsvorschriften. Rechnen Sie mit 4-8 Wochen für diese Phase. Alternativ: Viele Bauträger bieten fertig geplante Doppelhaus-Projekte an.
Klären Sie die Finanzierung mit Ihrer Hausbank: Eigenkapital, Hypothekarkredit, Bauspardarlehen. Stellen Sie rechtzeitig Förderanträge bei Land und Bund (Wohnbauförderung, Klimabonus). Die Zusage der Wohnbauförderung kann mehrere Monate dauern - frühzeitig beginnen!
Der Architekt erstellt die Einreichpläne inklusive Energieausweis, die bei der Baubehörde eingereicht werden. Die Bearbeitungszeit für die Baugenehmigung variiert je nach Gemeinde zwischen 4 und 12 Wochen. Nach Erteilung der Bewilligung kann mit dem Hausbau begonnen werden.
Nach der Genehmigung folgt die detaillierte Ausführungsplanung. Holen Sie Angebote von verschiedenen Bauunternehmen, Generalunternehmern oder Fertighausanbietern ein und vergleichen Sie sorgfältig: Preis, Leistungsumfang, Referenzen und Gewährleistungsbedingungen.
Die eigentliche Bauzeit beträgt bei einem Doppelhaus in Massivbauweise typischerweise 12-18 Monate, bei einem Fertighaus 4-8 Monate. Regelmäßige Baustellenbesuche und Baubesprechungen mit dem Baumeister sind wichtig, um den Fortschritt zu kontrollieren und Abweichungen frühzeitig zu erkennen.
Nach Fertigstellung erfolgt die behördliche Endabnahme (Benützungsbewilligung) und die privatrechtliche Bauabnahme mit dem Bauunternehmen. Dokumentieren Sie eventuelle Mängel im Abnahmeprotokoll und vereinbaren Sie verbindliche Nachbesserungstermine. Die Gewährleistungsfrist beginnt mit der Übergabe.
Erfahrungen und Empfehlungen aus der Praxis
Eine durchdachte Planung verhindert spätere Probleme und Mehrkosten. Beachten Sie folgende Empfehlungen:
Schalldämmung priorisieren: Investieren Sie in eine hochwertige Trennwand. Eine gut gedämmte Wand mit entkoppelten Schalen und mindestens 60 dB Schalldämmung zahlt sich langfristig aus. Trittschallschutz im Obergeschoss ist ebenso wichtig.
Separate Haustechnik: Auch wenn gemeinsame Heizungsanlagen günstiger erscheinen, empfehlen Experten separate Systeme. Dies vermeidet Abrechnungsstreit und ermöglicht individuelle Regelung.
Grundriss optimieren: Platzieren Sie Schlafräume nicht direkt an der Trennwand. Badezimmer und Abstellräume eignen sich besser als Pufferzone.
Sichtschutz einplanen: Berücksichtigen Sie bereits in der Planung, wie Sie im Gartenbereich Privatsphäre schaffen - durch Hecken, Zäune oder versetzt angeordnete Terrassen.
Ein harmonisches Nachbarschaftsverhältnis ist der Schlüssel zur Zufriedenheit im Doppelhaus:
Kommunikation ist alles: Sprechen Sie Probleme frühzeitig an, bevor sie eskalieren. Ein regelmäßiger Austausch über anstehende Arbeiten oder Änderungen verhindert Überraschungen.
Schriftliche Vereinbarungen: Halten Sie alle wichtigen Absprachen schriftlich fest - von der Gartenpflege bis zur Renovierungsplanung. Das schafft Klarheit und vermeidet Missverständnisse.
Respekt vor Ruhezeiten: Vereinbaren Sie klare Regelungen zu Lärmquellen wie Rasenmähen, Feiern oder Heimwerkerarbeiten. Die österreichische Ruhezeit (22-6 Uhr sowie Sonn- und Feiertage) sollte selbstverständlich eingehalten werden.
Gemeinsame Wartung: Dach, Fassade und Trennwand betreffen beide Parteien. Legen Sie gemeinsam eine Instandhaltungsrücklage an und planen Sie Wartungsarbeiten koordiniert.
Investieren Sie Zeit in die Auswahl des richtigen Baupartners oder Nachbarn. Ähnliche Lebensumstände, Werte und Vorstellungen vom Zusammenleben sind wichtiger als der günstigste Preis. Ein schwieriger Nachbar kann die Freude am Eigenheim dauerhaft trüben - eine gute Nachbarschaft hingegen bereichert das Leben über viele Jahre.
Antworten auf die wichtigsten Fragen zu Kosten, Recht und Bauablauf
In der Regel können Bauherren mit einer Ersparnis von 15-25% bei den Gesamtkosten rechnen. Die Einsparungen entstehen hauptsächlich durch die geteilten Grundstückskosten (weniger Bauland nötig), die gemeinsame Trennwand (spart eine komplette Außenwand), geteilte Erschließungskosten und die effizientere Grundstücksnutzung. Bei einem typischen Neubau-Projekt in Österreich mit 130 m² Wohnfläche bedeutet das Einsparungen von 50.000 bis 100.000 Euro gegenüber einem vergleichbaren freistehenden Haus. Auch die späteren Heizkosten sind 10-20% niedriger durch die reduzierte Außenwandfläche.
Ja, grundsätzlich können Sie Ihre Doppelhaushälfte vermieten. Bei Wohnungseigentum sollten Sie jedoch die Hausordnung und etwaige Zustimmungserfordernisse prüfen. Bei Realteilung sind Sie in der Vermietung frei. Bedenken Sie, dass Mieter anders mit dem Objekt umgehen könnten als Eigentümer, was zu Spannungen mit der Nachbarseite führen kann. Eine sorgfältige Mieterauswahl ist daher besonders wichtig.
Die Trennwand ist gemeinschaftliches Eigentum beider Parteien. Reparaturen und Instandhaltungsmaßnahmen werden üblicherweise zu gleichen Teilen getragen, es sei denn, der Schaden wurde von einer Partei verursacht. Diese Regelung sollte im Kaufvertrag oder in einer Nutzungsvereinbarung eindeutig festgehalten werden.
Das hängt von der Eigentumsform ab. Bei Realteilung mit separaten Grundstücken brauchen Sie nur eine Baugenehmigung, keine Nachbarzustimmung (sofern Abstände eingehalten werden). Bei Wohnungseigentum ist meist die Zustimmung aller Eigentümer erforderlich, da bauliche Veränderungen das Gesamtobjekt betreffen. In jedem Fall empfiehlt sich eine vorherige Absprache mit dem Nachbarn.
Der wichtigste Faktor ist die Bauqualität der Trennwand. Investieren Sie in eine hochwertige Konstruktion mit entkoppelten Schalen und mindestens 60 dB Schalldämmung. Zusätzlich helfen: geschickte Grundrissplanung (keine Schlafräume an der Trennwand), schwimmende Estriche im Obergeschoss und Schallschutzfenster. Bei bestehenden Häusern können nachträgliche Dämmmaßnahmen helfen, sind aber oft aufwendig.
Bei einem Verkauf haben Sie grundsätzlich keinen Einfluss auf den neuen Eigentümer. Allerdings können Sie im Vorhinein ein Vorkaufsrecht vereinbaren, das Ihnen ermöglicht, die andere Hälfte zum gleichen Preis zu übernehmen. In Österreich kann dieses Vorkaufsrecht im Grundbuch eingetragen werden. Bestehende Nutzungsvereinbarungen und Servitute gehen auf den neuen Eigentümer über.
Ja, das ist möglich und wird oft praktiziert. Sie bauen das gesamte Doppelhaus und verkaufen eine Hälfte nach Fertigstellung. Dies erfordert allerdings eine höhere Vorfinanzierung und trägt das Risiko, keinen Käufer zu finden. Alternativ können Sie zunächst beide Hälften selbst nutzen oder vermieten und später verkaufen. Steuerlich sollten Sie die Immobilienertragssteuer und mögliche gewerbliche Einstufung beachten.
Alle wichtigen Schritte von der Grundstückssuche bis zur Bauabnahme
Mit der richtigen Planung, einem erfahrenen Architekten oder Fertighausanbieter und klaren Vereinbarungen mit dem Baupartner kann die Doppelhaushälfte die ideale Wohnform für Ihre Familie sein - mit allen Vorteilen eines Eigenheims zu deutlich reduzierten Baukosten. Ob Massivhaus oder Fertighaus, ob Neubau oder Kauf: Der erste Schritt ist die Suche nach dem passenden Bauland.